NACH DEM FIEBER:
Pastiche eines Groschenromans

Ales Pickar in Dresden F: Weshalb "Nach dem Fieber"? Und vor allem, weshalb das un- gewöhnliche Format?

A: Eine Endzeit-Geschichte schlummert mit mir seit Jahren, eher seit Jahrzehnten. Das ist auch nichts ungewöhnliches. Doch meine bisherigen Projekte waren alle recht großflächig angelegt und verschlangen sehr viel Lebenszeit. Nun war es wohl so weit.

Hierbei spielen zwei gänzlich unterschiedliche Sachen zusammen. Einerseits mochte ich schon immer das Groschenroman-Format - hier ist also viel Nostalgie und Sentimentalität im Spiel. Der Versuch, ein Facsimile zu erstellen und somit eine bestimmte Atmosphäre des "Pulp-Magazins" einzufangen, hat mich schon eine Weile beschäftigt. Ich bin vermutlich nicht der erste, der sich an einem solchen Pastiche versucht, auch wenn man hier vermutlich nicht von einem Trend sprechen kann.

Der andere, dringlichere Grund für diese Entscheidung hat mit meinem Vater zu tun, den ich am Anfang dieses Jahres in Pflege genommen hatte. Das ist zwar gut bewältigbar, aber was ich damit verlor, war dieser "deep flow" von Stunden und Tagen, die man sich in ein Manuskript vertieft, das am Ende hunderte Seiten lang ist. Diese Art von Abgeschiedenheit, bei der ich mich für Wochen mit nichts anderem beschäftigen muss, habe ich zur Zeit nicht mehr zur Verfügung. Letztendlich muss ich jede Stunde mal aufstehen und nach meinem Vater sehen. So hatte ich mir überlegt, eine Geschichte zu kreiern, die eben nicht in dicken Bänden daherkommt, sondern in deutlich kleineren Bausteinen von 32-36 Seiten erzählt wird. Daraus entstand die Idee dieses Heftromans. Ein Format also, das sich besser mit meinem gegenwärtigen Alltag in Einklang bringen lässt.


F: Sind 4 Euro pro Heft nicht etwas teuer?

A: Der Preis von 4 Euro ist in der Tat nicht gerade "groschenhaft". Aber das ist leider die Konsequenz dessen, dass wir es hier mit einer Neuigkeit zu tun haben, die erstmal nur in sehr überschaubarer Auflage gedruckt werden kann. Natürlich fände ich es besser, wenn der Preis zB 1.50 Euro beträgt - doch damit könnte ich im Augenblick die Druckkosten nicht finanzieren.

Die Lösung dieses Problems liegt vor allem darin, auf die Buschtrommeln zu schlagen, um "Nach dem Fieber" bekannter und populärer zu machen. Mit höheren Druckzahlen kann dann auch der Preis nach unten gehen. Allein die Verdopplung der vergleichsweise kleinen Auflage hätte starken Einfluss auf den Preis.

Hier können mir also vor allem die Leser am meisten helfen, den Preis zunehmend zu senken. Das kann geschehen, in dem sie die Heftreihe in den sozialen Medien bekannter machen, oder in dem sie vielleicht zusätzliche Hefte kaufen und als Geschenke verwenden. Was gibt es besseres zu Weihnachten, als ein apokalyptisches Blutbad?


F: Stimmt es, dass es diese Geschichte nur gedruckt geben wird - also nicht digital, nicht als eBook, oder PDF?

A: Das ist richtig. Aber ich denke, in einer Welt, in der ohnehin alles digital und downloadbar ist, besteht ein gewisser Reiz darin, Dinge zu erschaffen, die einer anderen Sinnlichkeit und einer anderen Erfahrbarkeit folgen. Natürlich ist mir klar, dass irgendwelche Marketingexperten da nur den Kopf schütteln mögen. Und vermutlich haben sie recht.


F: Könnte dieses Vorhaben erfolgreich sein?

A: Nein, damit rechne ich nicht. Ich tue es, weil es mir Spaß macht und weil ich es mir in diesem begrenzten Rahmen gerade noch so leisten kann, es zu produzieren. Wer auf den Zug aufspringt, ist also nicht nur willkommen, sondern in einem verdammt elitären Club.

Für mich war es in erster Linie eine reizvolle Idee. So etwas, wie ein alter Traum. Doch natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass diese Idee gänzlich an jeglichem Marktgedanken vorbeischießt. Mit so etwas zu einem Verlag zu gehen, kann man ja vergessen, die würden mich nur auslachen.

Somit stecke ich mir hier relativ überschaubare Ziele. Ich will um diese Geschichte eine kleine, geradezu heimliche Leserschaft aufbauen, die mir ermöglicht, weitere Fortsetzungen zu drucken. Dass man sich damit nicht in der Sphäre der Marktschreier und Rampensäue auf Amazon durchsetzen kann, ist mir bewusst.

Wie schon Robert Frost in seinem berühmten Gedicht schrieb:

"Two roads diverged in a wood, and I—
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference."



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